Veitskirche

Die Veitskirche in Stuttgart-Mühlhausen ist ein so herausragendes Beispiel für den gotischen Sakralbau, dass der Begriff »Gesamt-kunstwerk« dafür nicht übertrieben scheint.
Die Dorfkirche, mit deren Bau 1380 begonnen wurde, geht auf eine Stiftung des Prager Bürgers Reinhart von Mühlhausen zurück und gibt sich äußerlich unscheinbar. Der Innenraum aber überrascht durch leuchtende Farbigkeit und immensen Bilderreichtum. Durch einen seltenen Glücksfall der Geschichte konnte die komplette In¬nenausstattung mit Wandmalereien und gotischen Schnitzaltären be-wahrt werden. Sehr markant sind der rechteckige Westturm und der dreiseitig geschlossene Chor.
Der ursprüngliche kostbar gemalte Wandelaltar entstand 1385 in Prag und befindet sich heute in der Stuttgarter ► Staatsgalerie. An seiner Stelle steht nun ein spätgotischer Schreinflügelaltar (1510) mit fünf Heiligen als Schreinfiguren, darunter der hl. Veit mit Kessel als seinem Attribut, und gemalten Szenen aus dem Leben dieses Heili¬gen. Die unter Ziborien aufgestellten Seitenaltäre zeigen rechts im Kirchenschiff Schnitzfiguren der Märtyrerinnen Dorothea, Kathari¬na, Walpurga, Barbara und Agatha (v. 1. n.r.) im Schrein sowie links im Kirchenschiff die Schreinfiguren von Johannes dem Täufer und den Aposteln Petrus und Paulus (links).
Überaus eindrucksvoll sind die zum großen Teil restaurierten Wand-
malereien. Zusammen mit der farbigen Fassung von Decke und Em¬pore vermitteln sie einen Eindruck von der Strahlkraft eines mittelal¬terlichen Kirchenbaus. Die gotischen Malereien des Innenraums sind zwischen 1400 und 1449 entstanden. Leider sind die Darstellungen im Kirchenschiff stark verblasst. Christus, Propheten und Apostel er¬scheinen zu beiden Seiten des Chorbogens. Besser erhalten sind die Wandmalereien im Chor, wo zwölf Wandbilder aus dem Jahr 1428 zwischen Kapitellen und Gesims die Veitslegende nach dem Text der Legenda Aurea erzählen. Die Szenen zeichnen sich durch volksnahe bildliche Darstellungen und Erklärungen aus. So zum Beispiel ver¬sucht auf dem ersten Bild am Ostende der Südwand Veits Vater Hy- las, seinen Sohn zum Götzendienst zu verfuhren und züchtigt ihn, als er sich weigert – die Bildunterschrift kommentiert anschaulich: »Hie slug Ylas Vitum in den ars.«
Über den Fenstern sind fünf Szenen aus dem Leben Marias zu erken¬nen, an der Nordwand befindet sich eine wundervolle Schutzmantel¬madonna. Weitere Bilder im Chorhaupt zeigen die Heiligen Sigis¬mund, Wenzeslaus und Michael, über dem Chorbogen ist das Jüngs¬te Gericht dargestellt.

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